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Aktuell

bis 4. Februar 2018, Ausstellung »Made in Balmoral« Antye Guenther | Alfons Knogl

Anwesenheitsstipendiatin und -stipendiat

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Februar 2018 in der Römerstraße 27 zu sehen
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag nach Vereinbarung

In der Ausstellung sind Arbeiten von Antye Guenther und Alfons Knogl zu sehen, die von Juni 2017 bis Ende Februar 2018 im Künstlerhaus Schloss Balmoral leben und arbeiten.

Es geht um die Dinge, die uns umgeben und mit denen wir uns umgeben, weil wir sie brauchen oder schön finden, weil sie Teil unserer Vorstellung von uns selbst sind. Sie zirkulieren rund um den Globus, werden von einem Punkt zum anderen gebracht. Herstellen, verkaufen und kaufen können an unterschiedlichen Orten der Welt stattfinden. Die Benennung der meisten Dinge beruht auf Übereinstimmung. Material, Verarbeitung, Funktion und Verwendung bestimmen die Dauer und den Wert der Dinge. Wie gehen wir mit ihnen um, wie viel Zeit widmen wir ihnen, wofür schätzen wir sie? Und wie betrachten wir sie? Materialität, Oberfläche und Form auf der einen Seite. Funktion, Zuschreibungen und Vorstellungen auf der anderen Seite. Viele Dinge dienen als Projektionsflächen für unsere Wünsche und Sehnsüchte. Es wohnt ihnen ein Versprechen inne. Sneakers, die uns ermutigen, das zu tun, was wir wirklich wollen. Es ist ein gutes Gefühl, solche Schuhe zu tragen. Unsere Füße tragen uns durchschnittlich viermal in unserem Leben um den Globus. Wir schreiben das Jahr 2017. Wir befinden uns auf der Erde.

Athen, Archäologisches Nationalmuseum. Wir blicken auf Dinge, die fast 3000 Jahre alt sind. Skulpturen, die das antike Verständnis von Schönheit und ein klassisches Menschenbild zum Ausdruck bringen. Die Zeit hinterlässt reparable Spuren. Fehlstellen im Marmor werden mit Konstruktionen aus Plexiglas ersetzt. Die Frage nach dem idealen Maß, dem idealen Körper steht im Raum. Die Frage nach hybriden Formen. Jülich, Supercomputing Centre. Das System, das den Arbeitsspeicher eines Großrechners kühlt, hat die Form menschlicher Gedärme. Wie viel Maschine steckt im Menschen, wie viel Mensch steckt in der Maschine – eine Frage der Gestaltung, der Ethik, der Zukunft. Wie viel Zukunft steckt in einem Material? Wer wird über die Dinge sprechen, die uns überdauern? Wie sie bezeichnet werden und wer sie hergestellt hat, ist aus Sicht der Entdecker noch unbekannt. Man weiß nichts über ihre ursprüngliche Funktion. Stellen wir uns das Jahr 4517 vor. Die Dinge befinden sich im freien Fall.  

In Kooperation mit
Ebinger-Schnaß Keramik, Bad Ems
Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz, Höhr-Grenzhausen

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Balmoral 03 e. V.